Faust II reloaded

Kino Dokumentarfilm – 90 min

Drehbuch und Realisation: Eike Besuden
Kamera: Mathias Brüninghaus, Lür Wangheim

Produktionsjahr: 2009

Gefördert durch das BKM und Sponsoren.

„Ein unmögliches Projekt“, sagt die Regisseurin Julia Haebler.
„Oh nee, nicht schon wieder dieselbe Szene“, sagen die Schüler.
„Eine total schräge Idee, bei der ich gern dabei bin“, sagt Dominique Horwitz, der Faust spielt.
Nicht Faust I, den viele kennen. Hier geht es um Faust II, den kaum jemand kennt und schon zu Goethes Lebzeiten als unspielbar galt. Das Stück heute auf die Bühne zu bringen, kann nur mit außergewöhnlichem Engagement funktionieren. Eine Schule, ein Weltorchester und ein ganzer Stadtteil in Bremen haben sich zusammengetan, um die Idee des Komponisten Karsten Gundermann open air auf die Bühne zu bringen: Eine gerappte Sprechoper mit 500 Schülern auf und hinter der Bühne, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Dominique Horwitz in der Hauptrolle.
Goethe zwischen Hochhausschluchten und das in einem Stadtteil, in dem fast nur Ausländer wohnen und jede zweite Familie von Hartz IV lebt, das ist couragiert und gewagt, aber erfolgreich? Ein Beispiel für andere? Einfühlsam blättert der Film durch die Hindernisse des Schulalltags mit den Anforderungen eines großen Orchesters, verwoben mit den ungeahnten Möglichkeiten dieses Stadtteils. 
„Faust II reloaded“ begleitet die Schüler in den letzten drei Monaten vor der Aufführung, bei den Proben, in Musikstunden, beim Kostüme nähen und allen anderen Vorbereitungen für das große Ereignis. Nerverei, Chaos, Genöle und Null Bock stehen dabei neben der Aufregung, der Leidenschaft und dem Biss, das Unmögliche doch zu schaffen. Neben dem Filmteam von Eike Besuden ist eine Schülergruppe mit mehreren Kameras dabei, das Abenteuer zu dokumentieren und sie haben dafür hinreißende Szenen gefunden.