Turban und Hakenkreuz:
Der Großmufti und die Nazis

TV Dokumentation – 53 min

Drehbuch und Realisation: Heinrich Billstein
Kamera: Colin Rosin, Ralf Lenzen, Almir Causevic
Redaktion: Susanne Spröer (WDR), Kathrin Bronnert (NDR), Gerolf Karwath (SWR)

Produktionsjahr: 2009

In Koproduktion mit RossPointFilm im Auftrag des WDR, BR und Arte.

Amin el-Husseini, der Mufti von Jerusalem ist eine der schillerndsten Figuren des 20. Jahrhunderts. Vor allem ist er einer der Wichtigsten für die Araber. Und wie kaum eine andere Persönlichkeit aus der arabischen Welt ist er mit der deutschen Geschichte verwoben. Schon zu seinen Lebzeiten galt er als Legende, verehrt und bewundert von seinen Landsleuten, verachtet und bekämpft von seinen Feinden, auch von seinen Gegnern aus der arabischen und muslimischen Kultur. Sechzehn Jahre lang war el-Husseini das religiöse Oberhaupt der palästinensischen Muslime, dreißig Jahre ihr politischer Führer und lange Zeit auch der politische Repräsentant der arabischen Welt. Und so unwahrscheinlich es sich heute anhört, er war offenbar auch in Deutschland populär. Man kannte ihn. Vier Jahre lang von 1941 – 45 lebte der Araberführer in der Reichshauptstadt, war eng mit der Staatsmacht verbunden, hatte Freunde bis in die höchsten Kreise des Regimes. Der Araber in Berlin hat das verbrecherische System ideologisch und politisch gestützt und verteidigt, skrupellos und verbohrt wie ein Nazi. Seine enge Verbundenheit und vielseitige Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten hatte vor allem eine Grundlage: den Judenhass. Die Beziehung zwischen dem Mufti und den Nazis ist kurios, und sie erzählt eine bis heute unbekannte Geschichte des Dritten Reiches.